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Die UEFA Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich

Foto: UEFA

„Nach der WM ist vor der EM!“ Wenngleich ein reichlich strapazierter Spruch, lässt sich an der Aussage nicht rütteln. Für die Veranstalter, die UEFA und das Gastgeberland, beginnen die Vorbereitungen freilich schon weitaus früher. Denn während der Fokus der Zuseher noch auf der zeitlich näher liegenden WM liegen mag, bedarf der organisatorische Rahmen eingehende Vorbereitungszeit.

Nicht ganz so früh wie die Veranstalter, nehmen auch die Buchmacher das Großereignis ins Visier und öffnen ihre Bücher für das erste Wettangebot: nämlich für die Turnierwette schlechthin, die Wette auf den Gesamtsieg. So können Wettkunden bereits vor Ablauf der Weltmeisterschaften 2014 auf den Europameister 2016 tippen.

Die EM 2016: Größer als je zuvor

Am 28. Mai 2010, also rund sechs Jahre vor der Veranstaltung, hat Frankreich den Zuschlag erhalten, die 15. Austragung des Turniers abzuhalten. Dabei hat sich die Nation gegen die Türkei und Italien durchgesetzt und zugleich eine große Aufgabe zugeteilt bekommen. Denn das Turnier wird erstmals in einem größeren Rahmen als je zuvor abgehalten:

Statt wie bisher 16 Mannschaften, treten 2016 24 Mannschaften zur Endrunde an. Dies stellt neue Anforderungen an die Gastgeber. So sind beispielsweise 9 EM-Stadien vonnöten, um die 51 Begegnungen, 20 mehr als bisher, die vom 10. Juni bis zum 10. Juli 2016, also in vier statt wie bisher in drei Wochen, zur Austragung gelangen, zu beherbergen.

Die Wahl ist auf die Stadien de France (Saint-Denis/Paris), Vélodrome (Marseille), des Lumières (Lyon), Parc des Princes (Paris), Pierre-Mauroy (Lille), Bollaert-Delelis (Lens), de Bordeaux (Bordeaux), Geoffroy-Guichard (Saint-Ètienne), Municipal (Toulouse) und Allianz Riviera (Nizza) gefallen. Weitere drei Stadien müssen als Ersatz-Austragungsorte in petto gehalten werden.

In logischer Konsequenz gibt es auch im Spielmodus einige Neuerungen: so wird die Gruppenphase in sechs Gruppen zu je vier Mannschaften abgehalten. Gruppenerste und -zweite steigen gemeinsam mit den vier besten Gruppendritten in das Achtelfinale, bisher setzten die Finalrunde beim Viertelfinale an, auf. Ab da regiert der k.o.-Modus. Dies bedeutet, dass es zu Verlängerung und Elfmeterschießen kommen kann.

Abseits vom Turnierrahmen gibt es eine weitere Premiere: Unter den 54 Bewerbern, die ab August 2014 in die Qualifikation um die 23 Startplätze (der 24. gehört dem Gastgeber) starten, ist erstmals Gibraltar.

Die EM-Favoriten der Buchmacher: Deutschland vor Spanien auf Platz eins

Noch bevor klar ist, wer überhaupt zur EM 2016 antritt, haben die Wettanbieter ihre Favoriten bereits gefunden. Angeführt wird die Liste von der deutschen Auswahl mit einer Siegquote um 4,50. Spanien, der amtierende Europameister, folgt dicht auf mit einer Quote von 6,00 und ist damit von den Bookies mit denselben Chancen belegt, wie Frankreich. Ebenfalls ex aequo folgen Holland  und Italien dem Favoritenfeld, mit jeweils einer Siegquote von 10,0.

Dass Spanien, welches die letzten zwei Europameisterschaften gewinnen konnte, nicht einsam an der Spitze thront, ist mit Sicherheit nicht nur der sportlichen Qualität Deutschlands, oder der Gastgeberrolle Frankreichs geschuldet. Denn gemäß dem Gesetz der Statistik, wonach der Eintritt eines neuen Ergebnisses umso wahrscheinlicher ist, je öfter dasselbe Ergebnis in Folge eingetreten ist, wäre die Zeit für eine Wachablöse gekommen.

Keine Überraschungen im erweiterten Favoritenkreis der Wettanbieter

In den erweiterten Favoritenkreis sind Belgien (14,0), Portugal (16,0) und England (20,0) aufgenommen. Damit birgt die Liste der Wettanbieter (siehe http://www.sportwettentest.net/wettanbieter) keine Überraschungen. Denn mit den genannten Nationen finden sich die üblichen Verdächtigen an ihrer Spitze wieder.

Aber Achtung: die angegebenen Quoten der Wettanbieter auf der oben genannten Liste entsprechen dem aktuellen Stand von Januar 2014. Hier kann sich bis zur Europameisterschaft 2016 natürlich noch einiges ändern, so werden vor allem auch die Ergebnisse der WM 2014 wahrscheinlich gröbere Auswirkungen auf die Quoten der Wettanbieter nehmen.

Die aussichtsreichsten Außenseiter: von hinten das Feld aufräumen

In der letzten EM, 2012 in Polen und der Ukraine, haben Russland (Siegquote für 2016: 40,0), die Gastgeber aus der Ukraine (100), Kroatien (75,0) und Schweden (150,) zwar nicht ihr Potential entfaltet und sind an der Gruppenphase gescheitert, dennoch werden sie für 2016 als Außenseiter mit Überraschungspotential gehandelt. Gleiches gilt für die Schweiz (100) und die Türkei (100), die sich beide überraschend nicht für die EM 2012 qualifizieren konnten. Griechenland (125) hat sogar die Finalrunden erreicht, musste dort aber gegen Deutschland eine Niederlage und damit den Turnierausscheid hinnehmen.