EM-Spielorte 2016: Saint-Etienne

EM-Spielorte 2016: Saint-Etienne

Foto: flickr / brangal

Zahlen, Daten, Fakten

Einwohner: rd. 170.000
Bundesstaat: Loire
Touristische Highlights: Saint-Etienne ist die Hauptstadt des Departments Loire und besitzt seit 1969 eine pluridisziplinäre Hochschule. Das Stadtbild ist daher durch das studentische Leben geprägt.
Fußball in Saint-Etienne: Der Association Sportive de Saint-Etienne Loire (kurz AS Saint-Etienne) ist nicht nur der Stolz der Stadt sondern mit insgesamt zehn gewonnen Meisterschaft auch einer der erfolgreichsten Klubs in Frankreich

Die Stadt

Saint-Étienne ist eine lebendige Stadt, die für ihre Wirtschaft und Bildung bekannt ist. Die Grande École oder auch École des Mines zählt beispielsweise zu den besten Ingenieurhochschulen des Landes. Auch die Universität für alle weiteren Disziplinen besitzt einen namhaften Status. Noch im 18. Jahrhundert war sie als mittelalterliche Kernstadt geplant worden. Die Straßen liegen eng vernetzt und sind nicht geometrisch angeordnet. Saint-Étienne ist außerdem eine dicht bebaute Stadt, deren Stadtbild durch wenig Abwechslung und typische Wohnblöcke geprägt ist. Häufig gibt es sogar keine Fußwege, sodass nur ein Durchgang durch Hinterhöfe möglich ist. In Saint-Étienne befinden sich in der Stadt keinerlei geplante Parkflächen, sodass Grünflächen nur außerhalb der Stadt zu finden sind. Allerdings finden sich zahlreiche öffentliche Plätze, die für das öffentliche Leben genutzt werden. Außerhalb der Stadt Saint-Étienne gibt es zahlreiche Hügel, auf denen eine schöne Aussicht auf die Stadt möglich ist.

Touristische Highlights

Saint-Étienne verfügt als kleine und eher unscheinbare Stadt nicht über viele Besichtigungspunkte. Die Moderne hat in die Stadt Einzug gehalten, aber dennoch ist zu erkennen, dass es sich einst um eine Stadt des Bergbaus gehandelt hat. Das Museum Puits Couriot zeigt noch die Überreste dieser Zeit. Damals gab es noch große Zechen, die teils sogar bis Saint-Étienne hineinreichten. Von diesen ist aber nichts mehr übrig geblieben. Kleine Cafés, Clubs und Restaurants prägen sonst das Stadtbild. Lyon stiehlt Saint-Étienne gewissermaßen das Ansehen. Attraktive Sehenswürdigkeiten in Saint-Étienne sind aber noch das Rathaus und die Präfektur, das Museum für moderne Kunst Musée d’art moderne de Saint-Étienne, die Tour de la Droguerie oder eine alte Waffenmanufaktur, die Manufacture d’armes de Saint-Étienne. Auf dem Gelände dieser Waffenmanufaktur entsteht darüber hinaus die Cité du Design.

Der AS Saint-Étienne – einer der erfolgreichsten französischen Vereine

Der AS Saint-Étienne (kurz ASSE) gehört zu den erfolgreichsten Fußball-Vereinen in ganz Frankreich. Vor allem Mitte der 70er Jahre war der AS das Maß aller Dinge im französischen Fußball, insgesamt zehn Meistertitel und sechs Pokalerfolge sicherte man seit 1957, wobei der letzte Titelgewinn mit 1981 bereits über 30 Jahre zurück liegt. 1983, stieg der ASSE nach 22 Jahren in der Ligue 1 in die zweite französische Liga ab. Es folgte eine Achterbahnfahrt die durch mehr Tiefen als Höhen gekennzeichnet war. Den Tiefpunkt erreichte der ASSE Ende der 90er Jahre mit „Passfälschungsaffäre“, bei der es um um gefälschte Reise- und Spielerpässe ging. Aufgrund dieser Vorfälle kam es 2001 zu Punktabzügen für die Mannschaft und den erneuten Abstieg in die Division 2. 2004 folgte der Wiederaufstieg in die Ligue 1, in der Saison 2012/2013 feierte Saint-Etienne den gewinn des französischen Ligapokals, der einzige nationale Titel der dem Verein bis dahin noch fehlte.

Auf Grund der Vereinsfarben wird Saint-Etienne gern auch als les Verts (die Grünen) bezeichnet. Seine Heimspiele trägt der ASSE im Stade Geoffroy-Guichard, das Stadion war bereits 1998 Austragungsort bei der Fußball-WM 2018 und wird für die EM 2016 leicht modernisiert.