EM-Spielorte 2016: Nizza

EM-Spielorte 2016: Nizza

Foto: flickr / sanfamedia.com

Zahlen, Daten, Fakten

Einwohner: ca. 344.000
Region: Provence-Alpes-Côte d’Azur
Lage: südöstliche Hafenstadt am Mittelmeer in Frankreich. Die Lage Nizzas könnte paradiesischer nicht sein. Direkt an der französischen Cote d’Azur gelegen, nur 10km von Monaco und 30km bis zur italienischen Grenze, ist Nizza der ideale Ausgangspunkt für touristische Erlebnistouren
Touristische Highlights:  Einheimische und Touristen erfreuen sich gleichermaßen an allerhand Spezialitäten und Sehenswürdigkeiten
Fußball in Nizza: Nizza ist die Heimat des Fußballklubs OGC Nice, der in der Ligue 1 spielt. Der Traditionsklub gewann viermal die französische Fußballmeisterschaft und dreimal den französischen Pokal.

Die Stadt

Bereits vor 400.000 Jahren war die heutige Landschaft Nizzas besiedelt. Bei Ausschachtungsarbeiten wurden im Jahre 1965 allerhand Artefakte gefunden, die im Museum Terra Amata ein zu Hause gefunden haben. Überreste von Neandertalern, die im heutigen Nizza vor rund 190.000 bis 130.000 Jahren gelebt haben, wurden in der Grotte du Lazaret ausgegraben. Hauptsächlich waren es Briten, die seit 18hundert Nizza als Urlaubsdomizil nutzen. Im 20. Jahrhundert änderte sich das touristische Ansehen Nizzas, sodass immer mehr italienische Gastarbeiter in Nizza gesichtet wurden. Im zweiten Weltkrieg war Nizza zunächst von Italienern und später von Deutschen besetzt. Die Stadt als solche blieb vom Krieg fast unbeschädigt. Nach dem zweiten Weltkrieg verließen die Briten Nizza größtenteils Nizza, und die Anzahl derer, die ehemals in französischen Kolonien waren, stieg kontinuierlich an. Das Jahr 2000 ist ein besonderes in der Geschichte Nizzas. In diesem Jahr wurde der Vertrag von Nizza verabschiedet.

Touristen haben die Möglichkeit aus mehreren Anreiseoptionen zu wählen. Der internationale Flughafen Nizza ist der drittgrößte Frankreichs, der nur sieben Kilometer westlich vom Stadtzentrum Nizzas liegt. Es verkehren täglich Flugverbindungen. Wer mit dem Zug anreisen möchte, sollte sich den Fernverkehrsbahnhof Nice-Ville notieren. Der Bahnhof, der direkt neben dem Bahnhof Chemins de Fer de Provence liegt, von dem aus die Städte Nizza und Digne-les-Bain verbunden sind, befindet sich in sehr zentral und unmittelbar im Stadtzentrum. Der regionale Busverkehr ist durch die TAM in das umliegende und angrenzende Umland gegeben. Die Betreibergesellschaft Lignes d’Azur ist für den öffentlichen Nahverkehr in und um Nizza zuständig. In Nizza verkehrt zudem eine Straßenbahn. Das Straßenbahnnetzwerk wird aktuell ausgeweitet und um eine weitere Linie ergänzt.

Touristische Highlights

Nizza hat seinen Gästen und nicht zuletzt auch den Einheimischen allerhand zu bieten. So wird beispielsweise jeden Tag pünktlich um 12 Uhr mit einer Kanone das Mittagessen eingeläutet. Diese Tradition ist in das Jahr 1860 zurückzuführen, als Sir Thomas Conventry mit dem damaligen Bürgermeister die Bürger zu einem pünktlichen Mittagessen anhalten wollte. Die Kanone wird vom Chateau östlich von der Altstadt abgefeuert und ist in ganz Nizza laut und deutlich hörbar. Nizza bietet optimale Shoppinggelegenheiten und das an 7 Tagen in der Woche. Neben großen namhaften Designerläden findet man hier auch edle Stücke und handgefertigte Souvenirs. Beim Shopping treffen in Nizza Welten aufeinander. Wer es etwas teuer und edler mag, sollte unbedingt im „Goldenen Viereck“, dessen Bereich im Place Massena und der angrenzenden Straße liegt, vorbei schauen. Wer edle Restaurants, Cafés, Juweliere und Designerware liebt und sucht, ist hier genau richtig. Über 50 namhafte Marken haben sich hier nieder gelassen. Ebenso hochwertig shoppen lässt es sich im Einkaufszentrum Galeries Lafayette und Nice Etoile. Preiswerter geht es hingegen in der Altstadt zu. Hier warten knapp 600 Geschäfte auf meist engstem Raum auf kauffreudige Touristen und Einheimische. Märkte, so auch zum Beispiel der Blumenmarkt oder der Obst- und Gemüsemarkt finden im Cours Saleya, in direkter Nähe zum Place Garibaldi statt. Montags können auf dem Trödel- und Töpfermarkt allerhand Kunsthandwerk und Antikes ergattert werden. Vom Schlossberg Colline du Chateau bietet sich ein wunderschöner und unvergesslicher Ausblick über die Dächer Nizzas. Nizza lädt in  zahlreiche sehenswerte Museen ein, so unter anderem in das Musee d’Art Modeme et d’Art Conremporain, das Musee des Beaux Arts und das Musee International d’Art Naif. Die romantische Altstadt gilt als die Sehenswürdigkeit überhaupt in Nizza. Während es hier morgens hektisch auf den Märkten zugeht, schlürfen die ein oder anderen in einem der gemütlich eingerichteten Cafés ihren Café Latte. Der Hafen von Nizza ist ein kleiner sehenswerter Hafen, in dem viele kleine Fischerboote liegen. Vom Hafen aus starten auch Fahrten mit der Fähre nach Korsika.

Der OGC Nizza, ein echter Traditionsverein

Der OGC Nizza (Olympique Gymnaste Club de Nice Côte d’Azur) ist ein echter französischer Traditionsverein. Vier Jahre nach der Gründung des Gymnaste Club de Nice 1904 wurde in Nizza auch bereits Fußball gespielt. 1924 fusionierte Le Gym, wie der Verein auch heute noch von seinen Fans genannt wird, mit dem Gallia Football Athletic Club de Nice und nannte sich fortan O.G.C.. Die Vereinsfarben sind seit dem Schwarz und Rot.

Anfang der 50er Jahre war der OGC das Maß aller Dinge in Frankreich. 1951, 1952, 1956 und 1959 sicherte man sich gleich vier mal den Meistertitel binnen neun Jahren. Darüber hinaus gewann man in dieser Zeit (1952, 1954) auch zwei mal den französischen Pokal. In der jüngeren Vergangenheit konnte Nizza jedoch kaum noch Erfolge feiern und kämpfte stets gegen den Abstieg aus der Ligue 1. Der letzte Titelgewinn liegt bereits über 15 Jahre zurück, 1997 konnte man zum dritten mal in der Vereinsgeschichte den französischen Pokal gewinnen. Luis Carniglia, Hugo Lloris, Herve Revelli und Ricardo Zamora sind wohl die bekanntesten Spielernamen die ihre Karriere in Nizza begonnen haben bzw. dort ihren Durchbruch hatten.

Von 1965 bis 2013 hat der OGC seine Spiele im Stade du Ray ausgetragen, danach folgte der Umzug in das neu erbaute Multifunktionsstadion Allianz Riviera, die auch bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 zum Einsatz kommt.